Ein Fahrradhelm muss dem Kind richtig passen und es muss wissen, wie es den Helm richtig aufsetzt und schließt.

Ein Fahrradhelm muss dem Kind richtig passen und es muss wissen, wie es den Helm richtig aufsetzt und schließt. © www.abus.de | pd-f

Fahrradhelme für Kinder

In Deutschland gibt es keine Helmpflicht auf dem Fahrrad – weder für Erwachsene, noch für Kinder. Ein Helm kann aber trotzdem sinnvoll sein, um den Kopf bei einem Sturz vor Verletzungen zu schützen. Dafür muss er aber richtig getragen werden.

Damit ein Fahrradhelm den Kopf beim Sturz vor Verletzungen schützen kann, muss er richtig passen und korrekt aufgesetzt werden. Er darf weder wackeln, noch sollte er über die Stirn oder in den Nacken rutschen. Um den individuell passenden Fahrradhelm zu finden, sollte das Kind in jedem Fall beim Kauf dabei sein. Fakt ist: Nicht jedes Helmmodell passt zu jeder Kopfform.

Außerdem wird ein Fahrradhelm, der dem Kind nicht nur passt, sondern auch optisch gefällt, eher getragen. Eltern sind Vorbilder: Tragen sie selbst einen Helm auf dem Rad, werden es auch ihre Kinder freiwillig tun.

Den Helm richtig aufsetzen

Damit der Helm sicher sitzt, muss er richtig aufgesetzt werden. Zwischen den Augenbrauen und der Helmunterkante sind dann in etwa ein bis zwei Fingerbreit Platz. Häufig werden Helme zu weit in den Nacken geschoben - aus modischen Gründen oder weil die Helmkante im Sichtfeld als störend empfundenwird. Dann kann bei einem Sturz der Helm aber in den Nacken rutschen und dort selbst Verletzungen verursachen.

Mit dem Verstellsystem im Nacken wird der Helm fixiert. Dazu darf es aber nicht zu stramm angezogen werden, weil das Kopfschmerzen verursachen kann. Der Helm sollte fest auf dem Kopf des Kindes sitzen, aber nicht drücken.

Ist dies schon bei der Anprobe der Fall, wird das Kind später mit ihm nicht froh. Der Helm muss am Kopf bleiben, wenn er nur mit dem hinteren Verstellsystem fixiert ist und das Kind seinen Kopf kräftig schüttelt. Der Kinnriemen sollte so locker sitzen, dass noch ein Finger zwischen Gurt und Kinn passt.

ADFC-Tipp: Unbedingt die Gebrauchsanweisung lesen. Die korrekte Einstellung der Helmgurte sollte gemäß der Herstellerangabe regelmäßig geprüft werden. Trägt das Kind eine Mütze unter dem Helm, muss der Gurt angepasst werden. Es dürfen nur dünne Mützen verwendet werden. Dicke Wollmützen verhindern, dass der Helm nah genug am Kopf sitzt. Er kann dann leicht verrutschen.

Qualität und Haltbarkeit des Fahrradhelms prüfen

In jedem Helm sollte das Herstellungsdatum vermerkt sein. Kunststoffe altern, daher sollten Helme nach etwa fünf Jahren ausgetauscht werden. Von Sonderangeboten ohne Herstellerdatum sollte man lieber die Finger lassen. Außerdem sollte der Helm das GS-Zeichen tragen. Das Zeichen steht für regelmäßig „geprüfte Sicherheit“.

Wenn Kinder auf dem Spielplatz spielen, sollten sie den Helm abnehmen.
Wenn Kinder auf dem Spielplatz spielen, sollten sie den Helm abnehmen. © www.abus.de | pd-f

Ohne Fahrradhelm auf den Spielplatz spielen

Im Straßenverkehr können Fahrradhelme Kinderköpfe bei einem Sturz vor Verletzungen schützen. Beim Klettern und Toben auf dem Spielplatz können sie aber gefährlich werden. Beim Spielen und besonders auf Spielplätzen mit Spielgeräten müssen Kinder ihre Fahrradhelme abnehmen.

Klettergerüste sind so konstruiert, dass zwischen den Sprossen immer ein Kinderkopf unbehindert hindurchrutschen kann. Trägt ein Kind aber einen Fahrradhelm, bleibt es unweigerlich in der Konstruktion hängen und kann sich dabei schwer verletzen. Auch die Haltegurte des Helms können an engen Stellen oder Seilknoten hängen bleiben und zur Strangulationsgefahr werden.

Zudem können spielende Kinder mit Fahrradhelm an engen Einstiegen und Durchlaufbarrieren beispielsweise an Kletter- und Rutschgeräten, mit dem Helm so heftig anstoßen, dass sie sich schwere Genickverletzungen zuziehen.

 

Fahrradhelme nur fürs Radfahren nutzen

Fahrradhelme sind immer ein Kompromiss zwischen optimaler Schutzwirkung und Belüftung sowie geringem Gewicht, damit der Tragkomfort möglichst hoch ist. Sie sind so konstruiert, dass sie den Kopf bei fahrradtypischen Stürzen schützen sollen. Fahrradhelme eignen sich deshalb nicht als Kopfschutz beim Reiten, Inlineskaten oder anderen Sportarten.

Bei Stürzen vom Fahrrad ist die Bewegung in erster Linie nach vorne gerichtet. Daher überdecken Fahrradhelme die obere Schädelhälfte und können durch einen gewissen Überstand im Stirnbereich auch das Gesicht teilweise vor Verletzungen schützen. Im Seiten- und Hinterkopfbereich ist kein ausgeprägter Schutz vorhanden, weil an diesen Stellen weniger mit typischen Verletzungen gerechnet wird.

Verletzungsrisiko beim Inlineskaten mit Fahrradhelm

Beim Inlineskaten ist die Gefahr besonders hoch, nach hinten zu fallen. Ein guter Inlineskating-Helm ist um den Hinterkopf herumgeschlossen und hat nicht die für Fahrradhelme oft typische aerodynamisch spitz zulaufende Form. Beim Sturz mit Inlinern auf den Hinterkopf könnte ein Fahrradhelm entweder stark nach vorne rutschen, wodurch das Kinngeschirr den Fahrer strangulieren kann, oder der Kopf würde nach hinten überstreckt, was im schlimmsten Fall zu Verletzungen der Halswirbelsäule führt.

Ein Fahrradhelm schützt nicht beim Reiten

Eine ähnliche Gefahr besteht, wenn man Fahrradhelme beim Reiten verwendet. Stürze vom Pferd erfolgen oft seitlich, wenn das Pferd eine schnelle Ausweichbewegung vollführt. Auch ein Sturz nach hinten kann niemals ausgeschlossen werden. Der Fahrradhelm würde hier die gleichen Gefahren bergen wie beim Inlineskaten.

Außerdem ist ein Fahrradhelm in seiner Leichtbauweise nicht geeignet, den Schlag eines Pferdehufes abzuwehren. Bei einem Sturz kann dies jedoch lebenswichtig sein. Bei Ausritten ins Gelände könnten Baumzweige in den Lüftungsschlitzen des Fahrradhelmes hängen bleiben und Reiter:innen vom Pferd ziehen oder so aus dem Gleichgewicht bringen, dass sie stürzen.

Das Gurtgeschirr von Fahrrad-, Inlineskate- und Reithelmen ist mittlerweile einheitlich als Drei- oder Vierpunkt Befestigung ausgelegt. Es muss allerdings auf eine feste Einstellung geachtet werden, weil sonst der Helm im Falle eines Sturzes lebensgefährlich verrutschen kann.

Das sollte beim Kinderfahrradkauf beachtet werden

alle Themen anzeigen

Werde ADFC-Mitglied!

Unterstütze den ADFC und die Rad-Lobby, werde Mitglied und nutze exklusive Vorteile!

  • exklusive deutschlandweite Pannenhilfe
  • exklusives Mitgliedermagazin als E-Paper
  • Rechtsschutzversicherung
  • Vorteile bei vielen Kooperationspartnern
  • und vieles mehr

Dein Mitgliedsbeitrag macht den ADFC stark!

Zum Beitrittsformular

Verwandte Themen

Großaufnahme der Classified-Nabe in einem Hinterrad.

Ausprobiert: Nachzügler

In der Radwelt-Ausgabe 4.2024 haben wir im Artikel "Antriebswende" neue Schaltungs- und Antriebssysteme vorgestellt. Ein…

Projekt MTB-Marathon Teil 1: Trainingsstart mit neuer Ausrüstung

Es geht los: Rad und einiges Material sind eingetroffen, erste Kilometer bei kalten Temperaturen gesammelt. Die Beine…

Ein  Mountainbike-Fahrer, verschmutzt und mit Startnummer am Lenker, sichtbar bis knapp oberhalb des Lenkers, fährt bergauf. Im Hinergrund ist ein weiterer Fahrer zu sehen.

Projekt Mtb-Marathon: Mountainbike und Zubehör im Langzeit-Fahrtest

Das Ziel: Ein Mountainbike-Marathon Mitte 2025. Vorbereitung und Teilnahme sind ein Stresstest für Fahrer und Material.…

Radfahrerin im Winter

Tipps zur Fahrradpflege im Winter

Schnee, Eis und Streusalz können Fahrrädern im Winter ordentlich zusetzen. Das ist nicht nur lästig, sondern kann auch…

Eine Frau und ein Mann fahren bei Dunkelheit in der Stadt mit dem Rad.

Beleuchtung und Bekleidung im Winter

Wie schlecht sie bei Dunkelheit ohne Licht gesehen werden, unterschätzen viele Radfahrende. Es gilt: Sehen und gesehen…

Radfahrer auf einem Brompton G-Line bei regenerischem Wetter in der Stadt.

Gesehen und Gefahren: Brompton mit Wachstumsschub

Das Brompton ist ein Faltrad-Klassiker und eigentlich längst aus dem Alter heraus, in dem man noch wächst. Aber trotzdem…

Eine Person hält ein Modell eines Beckens auf einen Fahrradsattel. Das Foto veranschaulicht die Analyse der Ergonomie zwischen menschlicher Anatomie und Fahrradsitz.

Ergonomie auf zwei Rädern: Beschwerden vorbeugen

Wer ergonomisch auf dem Rad sitzt, tut dem Körper Gutes und kann jede Tour noch mehr genießen. Der ADFC gibt Tipps zum…

Der ADFC rät, sein Fahrrad mit Rahmen und einem Laufrad an einen Fahrradbügel anzuschließen.

So lassen sich Fahrräder vor Diebstahl schützen

Das ADFC-Dossier gibt umfassende Tipps zur Diebstahlprävention, zu verschiedenen Schlosstypen, zur Fahrradcodierung und…

Eine Person versucht, mit einem Bolzenschneider das Schloss eines Fahrrads zu knacken.

Fahrraddiebstahl vorbeugen

Einige Verhaltensregeln, hochwertige Schlösser und die Codierung schützen Fahrräder relativ zuverlässig vor Diebstahl.…

https://spielwiese.adfc.de/artikel/fahrradhelme-fuer-kinder

Bleiben Sie in Kontakt